Gewohnheiten aufbrechen – Quick wins oder längerfristige Herausforderung?

Eine Studie im European Journal of Social Psychology aus dem Jahre 2009 ergab, dass es im Durchschnitt mehr als zwei Monate dauert, bis ein neues Verhalten automatisch wird –  im Durchschnitt sind es genau

66 Tage!

Und das kann je nach Person stark variieren – zwischen 18 und 254 Tagen, also sogar teilweise länger als 8 Monate! 

Wir sind das, was wir wiederholt tun. Exzellenz ist also keine [einmalige] Handlung, sondern eine Gewohnheit.  – Aristoteles

Was sind eigentlich Gewohnheiten?

Durch häufige Wiederholung zur Selbstverständlichkeit gewordene Handlung oder Haltung, die meist nahezu automatisch vollzogen wird.

Routinen geben Sicherheit und sorgen durch den „Autopiloten“ dafür, dass wir ohne Nachdenken und großen Aufwand Tätigkeiten vollautomatisch durchführen.

Gerade in herausfordernden Zeiten ist es umso verständlicher, dass der Mensch von Natur aus Sicherheit  in Ritualen findet.
Wir wissen, was wir tun, weil wir es schon immer so gemacht haben – auch wenn diese Vorgehensweise vielleicht nicht mehr effizient ist.

Gewohnheiten müssen sich z.B. privat durch gesundheitliche Beeinträchtigungen oder neue Ziele ändern (weniger Rauchen, gesünder Essen, mehr Sport).

Im beruflichen Kontext können z.B. ein notweniger Change Prozess, sich verändernde Kundenanforderungen, neue Software, neue Prozessabläufe, neue Führungsstrukturen oder eine sich verändernde Unternehmenskultur die Notwendigkeit schaffen, alte Gewohnheiten und Routinen aufzugeben.

Die folgenden 8 Schritte können Ihnen helfen, Gewohnheiten systematisch zu ändern:

  • Schädliche Gewohnheiten erkennen
  • Den Auslöser (Trigger) für die Gewohnheit identifizieren
  • Eine Alternative zur alten Gewohnheit suchen
  • Die alte gegen die neue Routine ersetzen
  • Mit Belohnung festigen („positives Gefühl schaffen“)
  • Unterstützer für mögliche Rückschläge suchen
  • Versuchungen bzw. Rahmenbedingungen, die die Gewohnheiten triggern, meiden
  • Mindestens 66 Tage durchhalten!!

Wie können Sie Ihre Mitarbeiter z.B. unterstützen?

  • Wenn Sie die Mitarbeitenden schon zu Beginn der Umgestaltung mit einbeziehen, fördert dies das Gefühl der Eigenverantwortung und der Befähigung
  • Zeigen Sie den Nutzen und den Anlass hinter der Veränderung
  • Berücksichtigen Sie, dass sich Gewohnheiten nicht „auf die Schnelle“ ändern lassen
  • Nutzen Sie Gamification als Unterstützung
  • Identifizieren und nutzen Sie „Promotoren“, also Unterstützer, für die Veränderungen
  • Benennen Sie die Ansprechpartner für Rückfragen
  • Bieten Sie Schulungen, Qualifizierung und Coaching – insb. mit hohem praktischem Fokus – an
  • Nehmen Sie als Führungskraft Ihre Vorbildfunktion wahr
  • etc.